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Uncle Ben’s Tek erklärt: einfache Zubereitung von Körner-Pilzbrut

Möchtest du wissen, wie man günstige und einfache Pilzbrut herstellt? Der Uncle Ben’s Tek macht es möglich. Diese 2019 von dem Reddit-Nutzer Shroomscout populär gemachte Methode hat sich unter Hobbyzüchtern einen festen Platz gesichert. Lies weiter, um eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zu erhalten und zu erfahren, worauf du achten musst.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Uncle Ben’s Tek?

Es ist eine einfache DIY-Methode zur Herstellung von Pilzbrut mit vorgedämpften Reisbeuteln aus dem Supermarkt. Sie wurde 2019 von dem Reddit-Nutzer Shroomscout entwickelt und verbreitete sich rasant über Plattformen wie Reddit und Shroomery, wo Hobbyzüchter ihre Erfahrungen und Ergebnisse austauschen.

Für die Methode wird vorgedämpfter Naturreis verwendet, wie z. B. Uncle Ben’s Ready Rice, der in den meisten Supermärkten erhältlich ist. Da der Reis steril verpackt ist und die notwendigen Nährstoffe für ein gesundes Myzelwachstum enthält, eignet er sich ideal als Substrat.

Der Prozess ist einfach: Der Reis muss nur mit Sporen oder einer Flüssigkultur inokuliert werden. Unter den richtigen Bedingungen besiedelt der Pilz den Inhalt des Beutels und der Beutel kann anschließend als Pilzbrut für die weitere Kultivierung verwendet werden.

Dank der niedrigen Einstiegshürde und der Tatsache, dass keine Sterilisationsgeräte erforderlich sind, hat sich Uncle Ben’s Tek zu einer beliebten und zugänglichen Methode innerhalb der Pilzzüchter-Community entwickelt.

vorgedampfter naturreis durch das Sichtfenster am Boden der Packung Uncle Ben’s Reis Tek
Vorgedämpfter Naturreis

Welche Vor- und Nachteile hat Uncle Ben's Tek?

Obwohl es sich um eine beliebte und zugängliche Methode zur Herstellung von Pilzbrut handelt, hat sie leider auch eine Reihe von Nachteilen. Einerseits ist sie einfach und für Anfänger geeignet, andererseits bietet sie aber weniger Kontrolle über Sterilität und Ertrag als fortgeschrittenere Methoden.

Um dir dies besser zu verdeutlichen, haben wir unten eine übersichtliche Tabelle erstellt. Sie wird dir dabei helfen, zu entscheiden, ob der Uncle Ben’s Tek das Richtige für dich ist.

VorteileNachteile
✅ Einfach und zugänglich – keine teure oder komplexe Ausrüstung erforderlich.⚠️ Höheres Kontaminationsrisiko im Vergleich zu professionell sterilisierten Körnern oder laborgestützten Techniken.
✅ Verwendet verzehrfertigen, vorgekochten Reis aus dem Supermarkt.⚠️ Begrenzter Ertrag – die geringe Reismenge pro Packung begrenzt die Menge an Pilzbrut und somit die endgültige Ernte.
✅ Schneller Start – keine Vorbereitung oder Kochen erforderlich.⚠️ Nicht immer konsistent – verschiedene Reismarken oder Rezepturen können zu unterschiedlichen Ergebnissen führen.
✅ Ideal für Anfänger, die mit der Herstellung von Pilzbrut experimentieren möchten.⚠️ Schwierig, die Pilzbrut zu schütteln, um die Kolonisierung zu beschleunigen.
✅ Benötigt sehr wenig – nur eine Spritze mit Sporen oder Flüssigkultur, eine warme Umgebung und etwas Geduld.⚠️ Schwer zu überwachen – die Packungen sind oft nur teilweise transparent, was die Fortschrittsverfolgung erschwert.
✅ Diskret und leicht erhältlich – die Packungen sehen aus wie normales Essen und nicht wie Kultivierungsmaterial.⚠️ Erzeugt relativ mehr Plastikmüll – da jede Packung nur etwa 250 Gramm enthält, benötigst du oft mehrere.

Wie man den Uncle Ben's Tek anwendet

Der Uncle Ben’s Tek ist überraschend einfach durchzuführen. Mit nur wenigen Materialien und einem sauberen Arbeitsplatz kannst du im Handumdrehen deine eigene Pilzbrut starten. Nachfolgend findest du eine Übersicht über die notwendigen Materialien sowie eine klare Schritt-für-Schritt-Anleitung für den Prozess.

Materialien

Uncle Ben’s Reis Tek Zubehör: vorgekochte Reispackungen, Flüssigkultur-Spritze, Isopropylalkohol, Desinfektionstücher, Handschuhe, Gesichtsmaske, Schere

Essentiell

Empfohlen

Schritt-für-Schritt-Anleitung

1. Reinige und organisiere deinen Arbeitsplatz sowie deine Vorräte

Wähle einen ruhigen Ort mit minimaler Luftströmung, beispielsweise einen kleinen, geschlossenen Raum. Vermeide Bereiche mit offenen Fenstern oder Ventilatoren, um das Kontaminationsrisiko zu minimieren. Wenn du über eine Still-Air-Box (SAB) oder eine Laminar-Flow-Haube verfügst, arbeite darin, um zusätzlichen Schutz vor Mikroorganismen zu erhalten.

Reinige deine Arbeitsfläche gründlich mit Desinfektionsmittel oder Alkoholtüchern. Stelle sicher, dass alle deine Vorräte in Reichweite sind. Ordne sie so an, dass du alles erreichen kannst, ohne dass etwas im Weg ist, während du arbeitest. Ein sauberer und organisierter Arbeitsplatz ist für eine erfolgreiche Kultivierung unerlässlich.

Desinfiziere und reinige den Arbeitsbereich, bevor du vorgedämpfte Reispackungen beimpfst

2. Massiere die Reisbeutel und drücke den Reis nach unten

Stelle vor dem Inokulieren sicher, dass sich alle Reiskörner am Boden des Beutels befinden. Massiere den Beutel vorsichtig, um den Reis zu lockern und zu versenken. So kann sich das Myzel später gleichmäßig durch den Reis ausbreiten und diesen optimal besiedeln.

Achte bei diesem Vorgang darauf, die Körner nicht zu zerdrücken oder zu zerbrechen. Beschädigte Körner können das Wachstum des Myzels verlangsamen und das Kontaminationsrisiko erhöhen.

Massiere die Packungen mit vorgekochtem Reis, sodass der Reis nach unten gedrückt wird

3. Bereite dich auf die Inokulation vor

Eine gründliche Vorbereitung und Hygiene sind unerlässlich, um Kontaminationen zu vermeiden. Desinfiziere zunächst deine Handschuhe mit Alkohol oder Desinfektionsmittel. Reinige anschließend die Außenseite des Reisbeutels, insbesondere den Bereich, in den du inokulieren wirst. So reduzierst du die Wahrscheinlichkeit, dass unerwünschte Bakterien oder Pilze eindringen.

Hast du eine Spritze mit Schutzkappe? Entferne die Kappe vorsichtig und befestige die mitgelieferte Nadel. Achte darauf, die Nadel nicht zu berühren und sie sauber zu halten, da das Berühren zu einer sofortigen Kontamination führen kann. Wenn du die Nadel doch berührst, erhitze sie gründlich mit einem Feuerzeug oder Brenner, um alle Bakterien abzutöten.

Stelle abschließend sicher, dass alle deine Materialien in Reichweite sind und du immer noch in einer sauberen, zugfreien Umgebung arbeitest. Wenn alles bereit ist, kannst du im nächsten Schritt mit der Inokulation fortfahren.

4. Injiziere die Sporen oder Flüssigkultur in den Beutel und verschließe ihn

Sobald alles sauber ist und bereitsteht, kannst du mit der Inokulation der Reisbeutel beginnen. Steche dazu vorsichtig mit der Nadel in die Verpackung und injiziere zwei bis fünf Milliliter Flüssigkultur oder Sporenlösung in jeden Beutel. Verteile die Flüssigkeit dabei auf verschiedene Stellen im Reis, damit sich das Myzel später gleichmäßig ausbreiten kann.

Ziehe die Nadel vorsichtig zurück und klebe das Einstichloch mit einem Stück mikroporösem Klebeband ab. So wird verhindert, dass unerwünschte Mikroorganismen während der Besiedlung in den Beutel gelangen.

5. Schneide ein kleines Dreieck aus und klebe es zu

Der Beutel benötigt einen minimalen Gasaustausch, um ein gesundes Myzelwachstum zu fördern. So kann das Myzel während der Besiedlung „atmen”.

Desinfiziere zuerst die Schere mit einem Alkoholtuch. Schneide dann vorsichtig ein kleines Dreieck aus der Oberseite des Beutels. Achte darauf, dass die Öffnung groß genug ist, damit die Luft zirkulieren kann, aber nicht so groß, dass unerwünschte Mikroorganismen eindringen können. Eine hilfreiche Methode ist es, die Breite der Öffnung im Voraus an die Breite deines Micropore-Klebebands anzupassen.

Bringe ein Stück Micropore Klebeband über dem ausgeschnittenen Bereich an. Dieses Klebeband lässt Luft durch, während es Schmutz und Bakterien fernhält. Dies versorgt das Myzel mit der optimalen Menge an Sauerstoff für ein gesundes Wachstum und eine erfolgreiche Besiedlung.

Platziere das Klebeband über dem Loch für den Gasaustausch
Bedecke das Loch mit Micropore Klebeband

6. Beschrifte den Beutel und starte den Inkubationsprozess

Nach der Inokulation beschrifte jeden Beutel mit der Art oder dem Stamm und dem Datum der Inokulation. So lässt sich später einfacher feststellen, wie lange jeder Beutel schon besiedelt wird und die Sorte identifizieren.

Platziere die Beutel anschließend an einem warmen, stabilen Ort mit einer Temperatur von etwa 27 °C. Diese Temperatur fördert ein schnelles und gesundes Myzelwachstum. Eine Besiedlung ist auch bei niedrigeren Temperaturen von 20–21 °C möglich, der Prozess ist dann jedoch deutlich langsamer und das Kontaminationsrisiko höher. Vermeide in jedem Fall direkte Sonneneinstrahlung und erhebliche Temperaturschwankungen.

Überprüfe die Beutel während der Besiedlung regelmäßig, um den Fortschritt zu kontrollieren. So kannst du Probleme wie langsames Wachstum oder Kontamination frühzeitig erkennen und bei Bedarf Maßnahmen ergreifen.

Beschrifte die Packungen mit dem Stamm und dem Datum und platziere sie an einem warmen Ort oder in einem Inkubator

7. Öffne die Beutel, sobald diese vollständig besiedelt sind

Öffne den Beutel, wenn das Myzel diesen vollständig eingenommen hat. Du kannst den Fortschritt durch das Fenster am Boden des Beutels überprüfen. Sobald der Reis vollständig weiß ist, hat das Myzel einen bedeutenden Teil des Substrats besiedelt. Bei einer optimalen Temperatur von etwa 27 °C dauert dieser Prozess in der Regel zwei bis drei Wochen.

Die Bilder unten zeigen, dass gelegentlich nicht alle Reiskörner vollständig besiedelt sind. In diesem Fall kannst du die unbesiedelten Körner vorsichtig entfernen, bevor du mit dem Kultivierungsprozess fortfährst. Dies wird die Entwicklung des Myzels in der nächsten Phase nicht negativ beeinflussen.

Leider sind Kontaminationen bei Uncle Ben’s Tek nicht ungewöhnlich. So fiel beispielsweise der unten abgebildete Reisbeutel während der Inkubation auf den Boden, wodurch wahrscheinlich Schimmelsporen in das Substrat gelangten. Die Kontamination wurde schnell durch das Fenster am Boden der Verpackung sichtbar.

8. Mische deine Pilzbrut mit Bulk-Substrat oder beginne direkt mit der Fruchtung

Sobald das Myzel den Reis vollständig besiedelt hat, hast du zwei Möglichkeiten. Du kannst die Pilzbrut entweder mit einem Bulk-Substrat mischen, um den Ertrag zu maximieren, oder direkt mit der Fruchtung beginnen.

Option 1: Mische die besiedelte Pilzbrut mit einem geeigneten Bulk-Substrat in einem Monotub oder einer Shoebox. Die erhöhte Feuchtigkeit und die Nährstoffe führen fast immer zu einem besseren Ertrag.

Option 2: Fahre direkt mit der Fruchtung fort, mit oder ohne Deckschicht (z. B. eine dünne Schicht aus Torf, Kokosfasern oder Vermiculit), um einen stabilen Feuchtigkeitsgehalt aufrechtzuerhalten.

Welcher Ansatz der beste ist, hängt von deinem Erfahrungsstand, dem verfügbaren Platz und dem gewünschten Ergebnis ab.

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Tipps für die besten Ergebnisse

Fazit

Der Uncle Ben’s Tek ist eine einfache Möglichkeit, Pilzbrut herzustellen, wenn auch nicht die zuverlässigste. Aufgrund der Verwendung nicht steriler Verfahren und der Tatsache, dass die Beutel oft nicht zu 100 % luftdicht sind, besteht ein echtes Kontaminationsrisiko. Die Besiedlung ist mitunter unregelmäßig, was es erschwert, den Fortschritt genau einzuschätzen.

Dennoch ist es eine gute Einführungsmethode für alle, die experimentieren und die Grundlagen des Myzelwachstums erlernen möchten.

Für bessere Ergebnisse und mehr Sicherheit empfehlen wir dir, unsere Artikel über die Herstellung von Reisbrut und Roggenbrut zu lesen. Alternativ kannst du auch unseren sterilisierten Roggen in einem Anzuchtbeutel mit Injektionsport wählen. So erhältst du eine professionelle, sichere und konsistente Grundlage für dein nächstes Projekt.

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