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Mach deine eigene Pilzbrut aus Naturreis: einfach und günstig!

Eigene Pilzbrut herzustellen muss nicht kompliziert oder teuer sein – besonders nicht, wenn du Naturreis verwendest. In diesem Artikel erklären wir dir ganz einfach, warum Naturreis eine gute Wahl ist und wie du am besten vorgehst. Lies weiter, um mehr über unsere Methode zu erfahren.

Inhaltsverzeichnis

Vor- und Nachteile von Naturreis für Pilzbrut

Naturreis ist aus mehreren Gründen eine ideale Grundlage für Pilzbrut. Er ist nahrhaft, leicht erhältlich und in der Regel nicht teuer. Außerdem sind die Reiskörner relativ klein, was die Kolonisierung des Bulk-Substrats später effizient und schnell macht.

Der größte Nachteil ist, dass Reis schnell zu klebrig oder weich wird, wenn er zu lange gekocht wird. Um das möglichst zu vermeiden, ist es klug, den Reis etwas kürzer zu kochen als auf der Verpackung angegeben. So bleiben die Körner weniger klebrig und die Wahrscheinlichkeit für Bakterienwachstum sinkt. Außerdem bleibt das Substrat luftiger und lässt sich später leichter schütteln, was die Kolonisierung beschleunigt.

Wie macht man Pilzbrut aus Naturreis?

Im Folgenden erklären wir Schritt für Schritt, wie man Naturreis für die Herstellung von Pilzbrut vorbereitet. Der Schwerpunkt liegt auf der Hydratation und Sterilisation des Reises. Nach der Sterilisation muss der Reis inokuliert werden, zum Beispiel mit Flüssigkultur. Lies weiter, um mehr über die benötigten Materialien und die einzelnen Schritte zu erfahren.

Benötigtes Material

Bevor du weiterliest, möchten wir darauf hinweisen, dass wir in diesem Artikel Gläser verwenden, deren Deckel mit Mikrofiltern und Injektionsports ausgestattet sind. Da Gläser wiederverwendbar und leicht zu reinigen sind, bevorzugen wir diese Methode.

Natürlich kannst du auch Pilzbrutzuchtbeutel mit Mikrofiltern verwenden, eventuell mit einem Injektionsport. Die Vorgehensweise ist dann ähnlich, aber wir haben in einigen Schritten zusätzliche Hinweise zu den Unterschieden eingefügt. Hier ist die Liste der benötigten Dinge:

Essentiell

Optional

Schritte

Bereit loszulegen? Befolge die folgenden Schritte sorgfältig und finde heraus, wie du Naturreis optimal für Pilzbrut vorbereitest.

1. Messe oder wiege den Reis ab

Suche dir einen geeigneten Arbeitsplatz und miss oder wiege die benötigte Menge Reis ab. Siehe die Abschnitte über Reisvolumen und –gewicht für weitere Infos.

braubeutel in den topf legen und wasser zum kochen bringen für naturreis-pilzbrut

2. Bringe Wasser zum Kochen und gib den Reis hinzu

Sobald du den Reis abgemessen oder gewogen hast, bring Wasser zum Kochen. Verwende etwa 2–3 Mal so viel Wasser wie Reis (nach Volumen).

Wenn du einen Braubeutel hast, kannst du ihn in den Topf legen. Das macht es später leichter, den hydrierten Reis herauszunehmen.

Sobald das Wasser kocht, gib den Naturreis hinein.

3. Koche den Reis

Koche den Reis al dente und achte darauf, ihn nicht zu lange zu kochen. Wenn der Reis zu lange kocht, können die Körner platzen, was die Pilzbrut schleimig macht. Dadurch wird es später schwieriger zu schütteln und das Risiko von Bakterienwachstum steigt.

Die Kochzeit variiert je nach Reissorte. Probiere also regelmäßig, ob der Reis al dente ist (leicht zäh, aber nicht hart). Nach der Hydratation sollte die Stärke im Reis eine glasige Optik haben.

Vollkornreis al dente für Pilzbrut kochen

4. Gieße den Reis ab und lasse ihn abdampfen

Gieße das Wasser ab, sobald der Reis al dente ist. Wenn du einen Braubeutel verwendest, nimm ihn aus dem Topf und lass ihn an einem geeigneten Ort abtropfen.

Gib den Reis dann in ein Sieb oder auf ein Mischsieb, damit er gut abdampfen kann. Wir bevorzugen ein Mischsieb, weil der Reis darauf besser verteilt wird und effizienter sowie gleichmäßiger trocknet. Ein Sieb funktioniert auch, aber rühre den Reis dann regelmäßig um.

Lass den Reis etwa 15–30 Minuten abdampfen und mische ihn zwischendurch etwas.

5. (Optional) Füge Aktivkohle oder Gips hinzu

Nach dem Abdampfen kannst du optional Aktivkohle oder Gips hinzufügen. Ein Esslöffel pro 2,5 Liter trockener Reis reicht in der Regel.

Beide Zusätze liefern zusätzliche Nährstoffe und verhindern, dass der Reis klebt. Ein Vorteil der Aktivkohle ist, dass sie oft aus Kokosnussschalen hergestellt wird – ähnlich wie Kokosfaser, ein weit verbreitetes Bulk-Substrat.

Da Myzel eine Art Gedächtnisfunktion hat, kann dies die Kolonisation im Bulk-Substrat beschleunigen.

Aktivkohle zu gekochtem Vollkornreis hinzugefügt
Aktivkohle zum Reis hinzugefügt

6. Befülle die Gläser oder Beutel

Befülle die Gläser zu zwei Dritteln mit Reis. Verschließe sie mit Deckeln, die mit Mikrofiltern ausgestattet sind. So verhinderst du, dass Mikroorganismen das Substrat kontaminieren. Für extra Sicherheit kannst du eine Schicht Alufolie über die Deckel legen, damit nicht zu viel Feuchtigkeit auf die Filter kommt.

Wenn du Pilzbrutzuchtbeutel verwendest, befülle sie mit dem empfohlenen Gewicht. Falte sie ordentlich, damit beim Sterilisieren Luft entweichen kann und sie sich automatisch vakuumversiegeln.

Alufolie über Deckel der Brutgläser angebracht
Alufolie über Deckel gelegt

7. Fülle den Autoklaven oder Schnellkochtopf und sterilisiere den Reis

Fülle den Autoklaven oder Schnellkochtopf mit den Gläsern oder Beuteln. In unseren 23-Quart-Presto-Canner passen 9 Gläser. Du kannst die Gläser auch liegend hineinlegen.

Sterilisiere die Gläser für etwa 2 Stunden bei 15 PSI. Lasse vorher etwa 10 Minuten lang Dampf aus dem Ventil entweichen, bevor du den eigentlichen Sterilisationsprozess beginnst. So stellst du sicher, dass die gesamte Luft im Topf durch Dampf ersetzt wurde – das ist entscheidend für eine erfolgreiche Sterilisation.

Wenn du Beutel verwendest, kann eine längere Sterilisationszeit nötig sein, da die Gesamtladung größer ist. Rechne in diesem Fall mit 2 bis 4 Stunden.

Achte außerdem darauf, genügend Platz zwischen den Beuteln zu lassen, damit der Dampf überall hinkommt und die Sterilisation zuverlässig abläuft.

8. Lasse den Autoklaven oder Topf abkühlen und entlade die Gläser

Lass den Autoklaven oder Schnellkochtopf abkühlen, bis er sicher berührt werden kann. Nimm dann die Gläser heraus, damit sie weiter abkühlen

Für nicht versiegelte Pilzbrutzuchtbeutel ist es sehr zu empfehlen, eine Flowbox zu benutzen. Wenn die Beutel in ungefilterter Luft entnommen werden, können sie leicht kontaminiert werden.

9. Inokuliere den sterilen Reis

Sobald der Reis auf Raumtemperatur abgekühlt ist, kannst du die Gläser oder Beutel mit sterilisiertem Reis inokulieren – zum Beispiel mit Flüssigkultur. Achte darauf, nicht zu früh zu inokulieren, da zu hohe Temperaturen für das Myzel tödlich sein können.

beimpfe Pilz-Körnerbrut auf braunem Reis-Substrat mit einer Flüssigkulturspritze
Reis mit Flüssigkultur beimpfen

Naturreis für Pilzbrut impfen

Nach der Vorbereitung und Sterilisation des Naturreises ist es Zeit, Sporen oder eine Kultur in das Substrat einzubringen. Es gibt mehrere Möglichkeiten, das zu tun. Eine beliebte Methode ist die Injektion mit einer Sporen- oder Flüssigkulturspritze – dabei wird eine Lösung mit Sporen oder Myzel direkt in den Reis gegeben.

Eine andere Option ist die Verwendung bereits kolonisierter Körner – eine Technik, die als Grain to Grain (G2G) bekannt ist. Hierbei werden die kolonisierten Körner mit sterilisiertem Reis vermischt, sodass sich das Myzel schneller ausbreitet.

Schließlich kann das Substrat auch mit einem Agarstück geimpft werden – einem kleinen Stück Agar mit aktivem Myzel, das direkt in den Reis gegeben wird, um die Kolonisation zu starten.

Welche Methode am besten geeignet ist, hängt vom verfügbaren Material und der gewünschten Geschwindigkeit der Kolonisation ab.

Wenn das Substrat erfolgreich geimpft wurde, ist Geduld gefragt – gib dem Myzel Zeit zum Wachsen und beobachte alles genau.

Extra Info: Wie viel Naturreis brauchst du?

Für diesen Artikel brauchten wir Reis für 10 Ein-Liter-Gläser, die jeweils zu zwei Dritteln gefüllt wurden. Das bedeutet: 666 ml hydrierter Reis pro Glas. Für 10 Gläser also 6,66 Liter hydrierter Reis.

Da Reis im Laden nach Gewicht verkauft wird, mussten wir folgendes berechnen:

6660 ÷ 3,4 (Endvolumen des gekochten Reises (ml) ÷ Volumen-Gewichts-Faktor (3,4 ml/g)) = 1959 Gramm trockener Reis, also etwa 2 Kilo.

Volumenänderung

Um herauszufinden, wie sich das Volumen von trockenem Reis nach der Hydratation verändert, haben wir einen kleinen Test gemacht. Dabei zeigte sich: 60 ml trockener Reis wurden zu 160 ml – ein Zuwachs um den Faktor 2,67.

Dieser Test basiert auf der Reissorte, die wir verwendet haben. Der genaue Faktor kann je nach Sorte oder Marke variieren.

Wenn du Gläser für deine Pilzbrut verwendest, kann dir dieser Faktor helfen. Berechne das benötigte Volumen an hydriertem Reis für deine Gläser und teile es durch 2,67. Das Ergebnis ist die benötigte Menge trockener Reis.

Gewichtsveränderung

Wir haben auch geprüft, wie sich das Gewicht des Reises durch Hydratation verändert. 47 g trockener Reis wogen nach der Hydratation 106 g – ein Zuwachs um den Faktor 2,26.

Wenn du mit Pilzbrutzuchtbeuteln arbeitest, kann dieser Faktor ebenfalls hilfreich sein. Hersteller geben oft ein empfohlenes Füllgewicht an. Mit diesem Faktor kannst du leicht berechnen, wie viel trockener Reis für einen Beutel von 1 Kilo nötig ist.

Veränderung der Stärkestruktur

Zum Schluss haben wir uns die Struktur eines trockenen und eines hydrierten Reiskorns angeschaut. Ein trockenes Korn ist milchig, ein hydriertes dagegen glasig. Der wichtigste Unterschied: Myzel kann nur das glasige Korn kolonisieren – das milchige nicht.

Diese Strukturveränderung sieht man schon bei al dente gekochtem Reis. Koche den Reis also nicht länger als nötig, damit er nicht zu klebrig oder weich wird.

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