In diesem Artikel werfen wir einen genaueren Blick auf die Inkubation von Pilzbrut – ein entscheidender Schritt beim Pilzanbau. Wenn dieser Prozess erfolgreich verläuft, ist die Chance groß, dass du später mit einer reichen Ernte belohnt wirst.
Möchtest du wissen, wie du die Inkubation optimal gestaltest, um den maximalen Ertrag zu erzielen? Dann lies weiter und entdecke essenzielle Tipps und Techniken, um deine Pilzzucht zum Erfolg zu machen!
Inhaltsverzeichnis
Was ist Inkubation von Pilzbrut?
Während der Inkubation von Pilzbrut bekommt ein bestimmter Pilz, der beim Impfen dem Substrat zugefügt wurde, die Gelegenheit, das Substrat zu kolonisieren.
Damit dieser Prozess reibungslos abläuft, ist es wichtig, die richtigen Bedingungen zu schaffen. In der Praxis heißt das vor allem: die richtige Temperatur und möglichst wenig Licht. Jede Pilzart hat außerdem spezifische Anforderungen in Bezug auf CO₂-Werte und Luftfeuchtigkeit.

Die richtige Inkubationstemperatur
Die Temperatur ist der wichtigste Faktor im Inkubationsprozess. Dabei ist zu beachten, dass die optimale Temperatur je nach Pilzart variieren kann.
Für Psilocybe cubensis-Pilze wird zum Beispiel eine Inkubationstemperatur von 26–28 °C empfohlen. In diesem Bereich läuft die Kolonisation zügig ab und andere Mikroorganismen haben weniger Chancen, sich zu entwickeln.
Möchtest du wissen, welche Temperatur für verschiedene Pilzarten ideal ist? Dann wirf einen Blick auf die folgende Liste.
Inkubationstemperaturen für verschiedene Pilzarten
| Pilzart | Ideale Inkubationstemperatur (°C) |
|---|---|
| Agaricus bisporus (Weiße Champignon) | 22–25°C |
| Pleurotus ostreatus (Austernpilz) | 24–28°C |
| Lentinula edodes (Shiitake) | 21–24°C |
| Ganoderma lucidum (Reishi) | 24–30°C |
| Hericium erinaceus (Löwenmähne) | 21–24°C |
| Flammulina velutipes (Enoki) | 22–24°C |
| Coprinus comatus (Schopf-Tintling) | 22–26°C |
| Psilocybe cubensis | 26–28°C |
| Volvariella volvacea (Strohpilz) | 28–35°C |
| Hypsizygus tessellatus (Shimeji) | 22–26°C |
Inkubation im Dunkeln
Neben der Temperatur ist auch Dunkelheit ein entscheidender Faktor bei der Inkubation von Pilzbrut. Licht kann die Fruchtkörperbildung auslösen – daher sollte das Myzel möglichst wenig Licht ausgesetzt werden. Die Fruchtung soll schließlich erst starten, wenn das Substrat vollständig kolonisiert ist.
Wie man einen geeigneten Inkubationsraum schafft
Es gibt mehrere Möglichkeiten, einen geeigneten Inkubationsraum zu schaffen. Wie bereits erwähnt, muss der Raum zwei Bedingungen erfüllen: ausreichend warm (aber nicht zu warm!) und dunkel (oder zumindest schwach beleuchtet).
Am einfachsten ist es, einen Raum zu beheizen und für die Inkubation vorzubereiten. Die Pilzbrut kann z. B. in einem Schrank untergebracht werden. Auch wenn das einfach klingt, ist es nicht unbedingt energieeffizient – besonders, wenn du eine konstante Temperatur von etwa 27 °C für eine schnelle Kolonisierung anstrebst.
Besser ist es in diesem Fall, einen abgeschlossenen Raum auf der gewünschten Temperatur zu halten – idealerweise gut isoliert, lichtdicht und groß genug. Wichtig ist auch, dass die Pilzbrut nicht direkt an der Wärmequelle platziert wird, da dies zu starker Kondensbildung in Pilzbrutgläsern oder Pilzzucht Beuteln führen kann – was sich negativ auf die Vitalität des Myzels auswirkt.
Wie du unten sehen kannst, haben wir eine große Kühlbox in einen Inkubator umgebaut – und das funktioniert für uns hervorragend. Wir nutzen eine große Heizmatte in Kombination mit einem Temperaturregler. Die Kabel führen wir durch die Entlüftung der Kühlbox nach außen.



Um ausreichend Abstand zur Wärmequelle zu halten, haben wir ein Stück stabilen Gartenzaun gebogen und als Plattform geformt. Oben drauf liegt ein Brett, das die direkte Wärme der Heizmatte dämpft.


Wie läuft der Kolonisationsprozess während der Inkubation ab
Um dir einen Eindruck vom Verlauf der Kolonisation zu geben, haben wir jeden Tag ein Foto gemacht. Am ersten Tag nach der Inokulation war noch kein sichtbares Wachstum zu erkennen. Deshalb haben wir ab Tag 2 mit dem Fotografieren begonnen.
Wir haben die Temperatur im Inkubator auf 27 °C eingestellt. Am Tag 5 haben wir die Pilzbrut geschüttelt, und am Tag 11 war das Substrat vollständig kolonisiert.
Pilzbrut schütteln – ja oder nein?
Das Schütteln von Pilzbrut ist eine verbreitete Technik während der Inkubation – aber nicht unbedingt notwendig. Wir ziehen es vor, weil es gut zu unserer Arbeitsweise passt und die Kolonisation beschleunigt.
In der Regel wird geschüttelt, wenn etwa 25–30 % des Substrats kolonisiert sind. Dabei wird der kolonisierte Teil aufgebrochen und mit den noch nicht kolonisierten Körnern vermischt. So wird das Myzel gleichmäßig verteilt, und das Substrat kolonisiert schneller.
Es gibt allerdings eine Situation, in der wir das Schütteln ausdrücklich empfehlen: beim Einsatz von Agarstücken. Während der Inokulation lassen sich diese Stücke nicht gut im Substrat verteilen. Dieses Problem kann später durch Schütteln der Pilzbrut gelöst werden.
Bei flüssigkultur tritt dieses Problem nicht auf. Bei dieser Inokulationsmethode kann das Getreide sogar direkt nach der Injektion geschüttelt werden, sodass sich das Myzel gleichmäßig verteilt.

Wie schüttelt man Pilzbrut?
Wenn du Glasgefäße für deine Pilzbrut verwendest, solltest du beim Schütteln unbedingt stabile Handschuhe tragen. Es kann passieren, dass ein Glas zerbricht – und dann willst du auf keinen Fall Scherben in der Hand haben.
Anstatt das Glas einfach in der Hand zu schlagen, ist es einfacher und sicherer, ein geeignetes Hilfsmittel zu verwenden. Schlag das Glas zum Beispiel auf einen Fahrradreifen oder ein gefaltetes Handtuch in deiner Hand. So vermeidest du Verletzungen.
Wenn du Pilzzucht Beutel verwendest, ist das Schütteln viel einfacher: du musst lediglich den kolonisierten Teil aufbrechen und mit dem restlichen Inhalt vermengen.
Meine Pilzbrut ist fertig – was jetzt?
Sobald die Pilzbrut vollständig kolonisiert ist, kannst du mit dem nächsten Schritt weitermachen. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten.
Du kannst die Pilzbrut beispielsweise verwenden, um ein Bulk-Substrat zu kolonisieren. Diese Methode dauert etwas länger, bringt aber in der Regel einen hohen Ertrag an Pilzen.
Eine andere Möglichkeit: Du schüttelst die Körner und füllst sie in eine Schale. Dann gibst du eine Deckschicht darüber, um ein Austrocknen zu verhindern. Anschließend kannst du direkt die richtigen Bedingungen schaffen, um die Fruchtung zu stimulieren.
Egal, welchen Weg du wählst – wir wünschen dir viel Erfolg und Spaß bei deinem Zuchtprojekt!